Markt-Handel
Markt? Krammarkt? Was ist das eigentlich? Gibt es das heute überhaupt noch?
Oftmals betrachte ich im Urlaub mit stillem Vergnügen die deutschen Touristen in Italien, die sich voller Begeisterung in das bunte Markttreiben auf den italienischen Krammärkten stürzen und mir ist bewußt, dass die wenigsten von ihnen wissen, dass es dieses bunte Markttreiben auch in Deutschland noch gibt. Aber es gibt ihn auch hierzulande noch, "den Markt" und damit meine ich nicht die zahlreichen Flohmärkte, die allerorts wie Pilze aus der Erde schießen. Nun was ist eigentlich ein Krammarkt?

Begriffserklärung
Der Begriff „Markt“ (vom Lateinischen: mercatus für „Handel“, zu merx für „Ware“) bezeichnet unter anderem eine Verkaufsveranstaltung, bei der Händler in regelmäßigen oder unregelmäßigen Abständen an einem bestimmten Ort – meist dem zentralen Marktplatz der Stadt – zusammenkommen, um Waren des täglichen Bedarfs an Ständen anzubieten. Auf dem Wochenmarkt werden hauptsächlich frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Kräuter, Milchprodukte, Fisch und Fleisch angeboten. Im Gegensatz dazu konzentriert sich der Handel auf den sogenannten Krämer- oder Krammärkten vorwiegend auf Gebrauchsgüter aller Art, darunter unter anderem Textilien, Schmuck, Geschirr, Schuhe, Handtaschen, Lederwaren, Stahlwaren, Hüte.
Geschichte
Im Mittelalter waren Jahrmärkte in den sich politisch verselbständigenden Städten, ein bedeutendes Ereignis. Das nötige Recht, um einen Jahrmarkt abhalten zu dürfen, wurde in der Regel von einem Kaiser, König, Grafen oder anderen Landesherren vergeben. Das sogenannte Marktrecht war entscheidend für die städtische Entwicklung und wurde als erste Stufe zum Stadtrecht angesehen. Der Markt hatte wirtschaftlich eine große Bedeutung, da er nicht nur von den ansässigen Bauern mit Vieh und landwirtschaftlichen Produkten sowie von den lokalen Händlern beliefert wurde, sondern auch von Fernhändlern frequentiert wurde, die die Bevölkerung mit Waren versorgten, die das lokale Handwerk nicht produzierte.
Aber auch dem örtlichen Handwerk wurden neue Absatzchance eröffnete. Der Markthandel erlaubte örtliche Spezialisierungen (Tuche, Töpfer- und Schmiedeware u. a.). Er erhöhte auch den Geldumlauf und die Verbreitung der örtlich gültigen Währung. Er kurbelte auch die regionale Volkswirtschaft an, zumal viele Besucher längere Zeit am Marktort verbrachten und dort Teile ihres Gewinnes in Herbergen und Läden u.a. ließen.
Der Jahrmarkt erfüllte auch soziale Funktionen: Auf ihm wurden Nachrichten und Gerüchte aus entfernten Gebieten ausgetauscht, wodurch die Weltkenntnis seiner Besucher erweitert wurde. Es wurden Gerichtstermine und Hinrichtungen auf ihn gelegt und oft religiöse Sonderveranstaltungen abgehalten.
„Markt“ ist auch in einigen Bundesländern wie zum Beispiel Bayern die offizielle Bezeichnung für eine Gemeinde, die einen Status zwischen Dorf und Stadt einnimmt. Dieser Status war früher mit der Verleihung des Marktrechts verbunden. In Bayern und Österreich ist der Begriff Markt bis heute teilweise offizieller Bestandteil des Ortsnamens.
Krammarkt und seine Bedeutung heute
Ja es gibt ihn noch in Deutschland, den Krammarkt, der im Gegensatz zum Flohmarkt, mit Neuwaren bestückt ist und wo man die Waren zum großen Teil auch noch richtig "anfassen" und sich zeigen lassen kann, inklusive einer fundierten Beratung.
Die "Alten" wissen das und besuchen zum Teil schon seit mehreren Jahrzehnten "ihre Marktstände" auf "ihrem Markt". Sie wissen genau, wo sie noch besondere Waren bekommen können, die es in normalen Geschäften nicht mehr gibt, da die örtlichen Fachgeschäfte dem Preisdruck großer Indoor-Märkte, Discounter und dem Internet weichen mußten und das Warensortiment trotz steigender Vielfalt im Spezialbereich immer mehr verarmt.
Die Krämer (fahrenden Markthändler) haben es noch, denn ihr Vorteil besteht darin, dass sie zum Kunden kommen und dadurch einen größeren Kundenkreis bedienen können.
Der "Markt" bezieht seinen ganz besonderen Flair zum einen daraus, dass er unter freiem Himmel stattfindet und die Witterung stehts Einfluß auf das Marktgeschehen ausübt, zum anderen, weil es eine Ansammlung von lauter Fachgeschäften ist, in die man nicht erst hineingehen muß. Ganz unverbindlich kann der Kunde erst mal daran vorbeischlendern und die Auslagen begutachten. Und bei konkretem Interesse hat er gleich den Händler als Berater zur Seite.
Der Krammarkt wirkt der Anonymität großer Kaufhäuser entgegen, denn viele Kunden kennen "ihren Markthändler" und kommen immer wieder gerne zu ihm zurück. Der Markt ist auch sozialer Umschlagsplatz. Hier trifft man Nachbarn, Freunde und Bekannte zu einem Plausch. Gerade für viele ältere Menschen stellt das Marktleben eine unverzichtbare Abwechslung dar. Durch den Krammarkt wird das Leben und der Warenumsatz in Städten und Marktgemeinden bereichert.
Die Markttermine orientieren sich auch heute noch oft an kirchlichen Ereignissen und Festen wie z.B. Ostern, Pfingsten, Maria Lichtmeß (2. Februar) oder St. Martin (11. November) u.a. und stellen traditionelle Fix-Termine dar.
Eine Besonderheit in Bayern sind die Sonntagsmärkte. Viele Krammärkte in Bayern fallen auf einen Sonntag an dem nicht selten auch ein verkaufsoffener Sonntag in der entsprechenden Stadt angeboten wird.
Gönnen Sie sich das Vergnügen und besuchen Sie einmal einen Krammarkt. Wir würden uns freuen, Sie auf einen unserer Märkte anzutreffen (Termine siehe Markt-Termine). Gerne könne Sie auch zu einer unserer Präsentationen kommen, die wir zu bestimmten Themen an wechselnden Terminen und Orten vorführen. Hier haben Sie die Möglichkeit zu ausgewählten Themen die Ware vor Ort "anzufassen", "auszuprobieren" und zu "begreifen", was ja leider im Internet nicht so ohne weiteres möglich ist. Und die Beratung von uns gibt es natürlich gratis dazu. Nähere Infos siehe aktuelle Präsentation.
Wir freuen uns auf Sie.
Ihre Familie Walther